RHD - eine Viruserkrankung, die Kaninchen befällt und tödlich ist.

Die Chinaseuche, auch RHD (rabbit haemorrhagic disease), ist eine hämorrhagische Viruserkranung, die ausschließlich Kaninchen befällt.

Normalerweise impft jede/r verantwortungsvolle Halterin bzw. Halter seine Tiere gegen Myxomatose und RHD. Und fühlt sich vor allem bei RHD sicher. Denn der Impfschutz hält 12 Monate an.

Nun ist aber in einem privaten Bestand im Juli 2012 eine Reihe an Tieren an mysteriösem Fieber erkrankt und zum Teil auch gestorben. Es gab keine einheitlichen Muster, zum Teil erkrankten Partnertiere nicht. Gruppen, die nebeneinander lebten auch nicht. Es betraf erst nur die großen Rassen und später auch die Zwerge. Junge und alte Tiere waren bzw. sind betroffen, alle waren im Frühjahr geimpft worden. Die Impfung erfolgte (bis auf 2 Kaninchen) mit dem getrennten (alten) Impfstoff, jedoch mit unterschiedlichen Flaschen/Chargen.

Es dauerte leider einige Zeit, bis der Verdacht auf RHD fiel. Das Virus wurde in Proben in der Uni Gießen nachgewiesen, welche man an den Schleimhäuten erkrankter Kaninchen genommen hat.

Bei Recherchen kam heraus, dass es wohl ein neues, mutiertes Virus Ende 2010 in Frankreich gegeben hat. Es könnte also sein, dass dieses Virus nun Deutschland erreicht hat.

Charakteristisch für diese Form der RHD-Erkrankung, die normalerweise immer tödlich verläuft, ist, dass einige Tiere überleben. Sie bekommen hohes Fieber und sind sehr schwach. Zusätzlich können sich Verdauungsprobleme durch Freßunlust einstellen.

Wer also diese Symptome - auch einzeln - bei seinen Kaninchen feststellt (Fieber bis 41,6 °, extreme Schwäche, Einblutungen in die Schleimhäute) sollte RHD als Möglichkeit mit einbeziehen, auch wenn die Tiere geimpft sind.

Info:

Bei einem vor zwei Jahren in Frankreich festgestellten weiteren apathogenen Virus („France 06-11“) gab es jedoch diesen Kreuzschutz schon nicht mehr. Im Oktober 2010 wurden nun im Nordwesten Frankreichs vermehrt RHD-Fälle diagnostiziert, die sowohl geimpfte, als auch ungeimpfte Tiere betrafen. Bis Januar 2011 waren etwa 60 Bestände betroffen, ebenso Wildkaninchen.

Quelle Seite 22: http://www.fli.bund.de/fileadmin/dam_uploads/Publikationen/LabLoeffler/LabLoeffler_04-2011.pdf

Komplikationen durch Einblutungen (?) an den Augen:

Das Foto zeigt Nelly (geb. Sommer 2002), die leider auch erkrankt ist.

Erfahrungen aus dem akuten Erkrankungsfall:

Es gibt 3 Verlaufsformen:
Dauerfieber, hohe und plötzliche Fieberschübe, mehrere nicht so hohe Fieberschübe.

2 Tiere sind an Dauerfieber erkrankt, d.h. sie haben/hatten permanent über Wochen Fieber mit bis zu 41,6 Grad und nur mit Novalgin alle 5-6 Stunden PLUS kühle Infusionen PLUS kalte Umschläge waren sie unter 40 Gad zu bringen, d.h. diese Tiere haben Novalgin bis zu 5 x tgl. über Wochen bekommen.

Der 2. Verlauf waren Fieberschübe, d.h. die Tiere bekamen schlagartig hohes Fieber bis 41,5 Grad, wurden mit einmalig Novalgin, Außenkühlug und Infusion behandelt und zeigten danach keine Symptome mehr.

Der 3. Verlauf waren ebenfalls Fieberschübe, aber eben mehrere, wo das Fieber nicht sooo hoch war, bis zu 40,5 Grad, aber das auch über 4-5 Tage, dann waren sie ein paar Tage ohne Symptome, dann setzt das Fieber wieder ein. Novalgin wurde hier auch bis zu 3 x tgl. während der Fiebertage eingesetzt, zusätzlich natürlich auch Imfusionen und bei Bedarf zusätzliche Außenkühlung.

Zu Ausbruch der Krankheit waren da 41 Tiere, davon 2 mit der Kombi geimpft, der Rest mit IDT bzw. gar nicht.

Alle Partner der 3 Tiere mit Dauerfieber erkrankten merkwürdigerweise gar nicht, obwohl auch relativ alt.

Die vom 2. Verlauf betroffenen Tiere waren alle max. 15 Monate alt und es erkankte die gesamte Gruppe.

Die vom 3. Verlauf betroffenen erkrankten teils ganz leicht und nicht behandlungsbedürftig, teils hatten sie grad letzte Woche nochmal einen Schub, die ungeimpfte in einer Gruppe blieb jedoch ohne Symptome.

 

Pathologie:

Ein verstorbenes Tier wurde in der Uni Gießen im Auftrag von IDT obduziert. Die Proben sollen an das Paul-Ehrlich-Institut zur weiteren Forschung gehen.
Ergbnis der Obduktion war (vereinfacht) komplettes Leberversagen (Hepatozyten), das durch virale Ätiologie entstanden ist. Außerdem waren auch noch der Bauchraum und andere Organe betroffen/geschädigt (u.a. Stauung der Milz).


 


   

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