Alle Erkrankungen beim Kaninchen aufzuzählen würde sicherlich den Rahmen sprengen. Aber da ich schon einige Krankheiten erlebt habe bzw. mich dafür interessiere, möchte ich Euch gerne meine Erfahrungen mitteilen.

Head tilt (Schiefhals) meistens auch e.c. (Enzephalitozoon cuniculi):

 

Knochenkrebs am Kiefer

Nicht alle Zahnprobleme/Schwellungen/Zubildungen sind Abszesse. Unser Samson hat sein ganzes Leben Zahnprobleme/Zahnspitzen gehabt. Und so lag der Verdacht nahe, dass das Sabbern auch auf Zahnprobleme zurückzuführen war. Leider konnte erst der 3. Tierarzt die Ursache finden, nachdem auch die Antibiotika nicht angeschlagen sind. Aufgrund des Röntgenbildes, einer Untersuchung in Narkose und das Eröffnen einer Zubildung stand die traurige Diagnose fest: Knochkrebs im Kieferbreich. Im Nachhinein ist es logisch, der stetige Gewichtsverlust und eben das Nichtanschlagen der Antibiotika hätten uns darauf kommen lassen müssen. Samson ist klapperdürr, aber noch lebensfroh. Dank hoher Gaben von Schmerzmitteln und Cortison werden ihm die letzten Tage noch so schön wie möglich gemacht. Ein Einschläfern wird erfolgen, sobald sich sein Zustand verschlechtert. Jeden Tag wird neu entschieden. Die Tierärztin hat ihm noch eine Woche gegeben - das wäre heute.

18.09.2011 Samson ist noch da.

Fotos vom 16.09.2011, wo man den schnell wachsenden Tumor sehen kann:

27.10.2011: Samson wurde eingeschläfert. Der Tumor war zwischenzeitlich über das Auge gewachsen und auf der anderen Seite im Gesicht hatte sich ein weiterer Tumor gebildet.

 

Malignes Lymphom (Lymphdrüsenkrebs)

Erfahrungsbericht:

Im März 2006 erkrankte unsere Lucy an einem malignen Lymphom (Lymphdrüsenkrebs). Angefangen hat es mit einer Art Beule, die plötzlich auftrat. Die Schwellung war so stark (wallnussgroß), dass die Haut zum Zerreißen gespannt war und sicherlich auch ohne Behandlung in den nächsten Stunden bzw. am nächsten Tag aufgeplatzt wäre. Auf den ersten Blick sah alles wie ein Abszess aus. Die Wunde wurde beim Tierarzt geöffnet (ohne Narkose mit einem Skalpell aufgeschnitten) und ausgeräumt (mit einer Art scharfem Löffel ausgekratzt). Allerdings kam kein Eiter, sondern es war wie eine Art Fettgewebe. Das entfernte Gewebe wurde eingeschickt.
Ein paar Tage später kam dann der Befund. Es handelte sich lt. Aussage der Ärztin vom Labor um die Variante des Lymphdrüsenkrebs, die die Organe und eben nicht die Haut befällt. Und es wäre auch nicht der Primärtumor. Nach reiflicher Überlegung, was man denn nun machen könne, haben wir zunächst die Lunge röntgen lassen. Wir wollten eventuelle Metastasen ausschließen. Wären auf dem Röntgenbild schon Schatten zu erkennen gewesen, hätten wir auch eine sofortige/baldige Erlösung in Betracht gezogen. Das Röntgenbild war aber okay, also haben wir uns mit der Tierärztin beraten und dieses eine Mal den gesamten Tumor (Beule) entfernen lassen. So hatten wir die Hoffnung, dass Lucy wieder in ihren geliebten Garten zurückkehren konnte und vielleicht noch einen schönen Sommer draußen verleben kann. Wir haben uns gegen weitere Behandlungen mit Medikamenten (außer palliativ im Fall der Fälle) entschieden, da die Prognose sowieso aussichtslos war und wir keinen Sinn in der Gabe von Medikamenten gesehen haben, die nicht zweifelsfrei einen echten Nutzen gebracht hätten.
Lucy war nach der OP etwa 6 Wochen völlig beschwerdefrei und bei gutem Appetit. Das Gewicht hat sie gehalten und Lebensfreude erkennen lassen. Dann fiel mir auf, dass sie kurzatmiger wurde und ich habe ganz kleine Knubbel an der Schulter gefühlt. Außerdem hatte sie so struppige Füße. Entweder vom Laufen durch den Wassernapf oder ggf. durch Lecken? Wir sind dann wieder zum Tierarzt und haben auf Anraten eine Schmerztherapie eingeleitet. Einen Tag später war auch klar, dass sie sich die Füße geleckt hat. Bestimmt hatte sie Gelenkschmerzen. Das Schmerzmittel schlug aber in meinen Augen an. Ein paar Tage später gefiel sie mir am Nachmittag gar nicht. Am Vorabend hatte sie schon nicht mehr so gut gefressen. Aber es war natürlich ein Mittwoch, wo meine Tierärztin nachmittags zu hat. Die Frage war nun: Was machen? Morgen mit der Cortisonbehandlung beginnen? Die Antwort wurde uns abgenommen. Innerhalb von wenigen Stunden baute Lucy immer mehr ab. Sie saß nur noch in der Ecke, sie verkroch sich. Sie zeigte und, dass sie leidet. Wir haben sie noch am selben Abend bzw. umgehend erlösen lassen.
Die Untersuchung in der Tierarztpraxis ergab, dass sie Schleimhäute schon gelb wurden (beginnendes Leberversagen). Ebenso war eine weitere Beule auf der anderen Flanke quasi über Nacht gewachsen. Da sie sehr knochig geworden war, aber das Gewicht hielt, müssen wir von einer massiven Tumorausbreitung im Bauchraum ausgehen. Von Ausbruch bis zum Tod vergingen etwa 2 Monate. Lucy wurde einen Tag später beerdigt.

Recherche zur Krankheit im Internet:
Das Lymphosarkom (LSA) ist eine bösartige, unkontrollierbare Verbreitung von Lymphozyten in verschiedenen Organen. Die Ursache des LSA beim Kaninchen ist bis heute unbekannt. Eine genetische Veranlagung scheint manchmal vorhanden zu sein, jedoch könnten auch infektiöse- (Retroviren) sowie Umweltfaktoren (Herbizide/Unkrautvernichter) eine Rolle in der Entwicklung eines LSA spielen.

Häufigkeit/Auftreten:
Laut Artikeln in den USA handelt es sich um eine sehr häufig auftretende Krebsart bei Kaninchen. Ich kann das nicht bestätigen. Als meine Lucy erkrankte (03/2006) habe ich im deutschsprachigen Internet keinen einzigen Fall gefunden. Bei Hunden gibt es jedoch häufig die Form des malignen Lymphoms, welches die Haut befällt. Es heißt kutanes T-Zell-Lymphom oder auch Mycosis fungoides.

Diagnostik:
Die Diagnosestellung erfolgt durch Einsenden einer Gewebeprobe, die bei der Entfernung gewonnen oder mittels einer Feinnadel-Biopsie.

Kontakte(Anfragen:
Ich habe verschiedene Tierärzte zu dem Thema und der Behandlung bei Kaninchen kontaktiert. Hundespezialisten haben mir mitgeteilt, dass sie sich mit Kaninchen nicht auskennen. Eine auf Krebsbehandlungen spezialisierte Klinik hält eine Chemotherapie für problematisch und hat mir davon abgeraten.

Behandlung:
Man kann natürlich eine schulmedizinische und/oder eine alternative Behandlung durchführen. Eine Chemotherapie ist ein Medikamentenmix aus dem Bereich „Hund“; sie besteht üblicherweise aus: Vinchristin, L-Asparaginase, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Methotrexat, Prednisolon. Ich persönlich würde bei einem erneuten Erkrankungsfall früher das Prednisolon (Cortison) geben und natürlich das Metacam (Schmerzmittel)
Das Prednisolon wirkt entzündungshemmend und abschwellend und wird unterstützend (appetitanregend, verbessert allgemein das Befinden) zur Krebstherapie eingesetzt. Es verbessert die Schmerzsituation im Bereich des Tumors und den Gelenken. Außerdem weitet es die Atemwege, und das Luft holen wird erleichtert, sofern Metastasen schon die Lunge befallen haben. Die individuelle Behandlung sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Im Bereich der alternativen Behandlungsformen gibt es ein breites Spektrum. Teils seriös, teils unseriös. Man muss schon genau hinsehen. Hier muss man unterscheiden, ob man durch die Behandlung das Leben verlängern oder die Lebensqualität erhöhen möchte.

Im Bereich des Verlängern des Lebens klingt die Horvi-Reintoxin-Enzym-Therapie (Schlangengift) sehr vielversprechend. Außerdem gibt es spezielle Mistelpräparate (z.B. Iscador), die sich positiv auf das Tumorwachstum auswirken können.

Unterstützend bzw. zur Erhöhung der Lebensqualität kann man 2x wöchentlich die zu verabreichende Kombination aus: 0,5 ml Coenzyme compositum 0,5 ml Ubichinon compositum 0,5 ml Galium-Heel. Zusätzlich wird 1 x pro Woche eines der folgenden Mittel (im wöchentlichen Wechsel) dazugegeben: 0,5 ml Para-Benzochinon-Injeel forte bzw. 0,5 ml Glyoxal compositum
Alle diese Präparate dürfen zusammen vermischt in einer Spritze eingegeben oder injiziert werden. Optimal wäre es, wenn man zusätzlich 1 x täglich 0,5 ml Lymphomyosot Injektionslösung eingeben könnte - oder wenigstens ab und zu....

Alternativ wurde mir auch das Mittel "JUV 110" empfohlen. Das gibt es nur als Ampullen und muss gespritzt werden und zusätzlich Tarantula D6 oder D12 von der DHU, auch als Ampullen.

Prognose:
Es gibt im Internet Aussagen, die von einer Überlebenszeit von 4-6 ausgehen, sofern keine Behandlung (Chemotherapie) erfolgt. Unsere Lucy hat noch 9 Wochen gelebt.

   

Darmverschluss:

Eines meiner Kaninchen hatte im Winter 2003/2004 einen Darmverschluss und 3 Wochen später noch einmal einen Rückfall.
Ursächlich für dieses Darmverschluss war wahrscheinlich nicht ordnungsgemäß gekaute Nahrung (er hat regelmäßig Zahnspitzen, die beim Tierarzt gekürzt werden müssen) in Verbindung mit nicht vertragenen Zweigen (Birke, Apfel), Chinakohl, neuer Heuballen (=weniger Heu gefressen) und/oder Strohpellets.
Der Darmverschluss äußerte sich durch Zusammenkauern in der Ecke (Teilnahmslosigkeit) und Verweigerung sämtlichen Futters. Wir haben zunächst auch auf Zahnspitzen mit Nahrungsverweigerung behandelt und dann erst Tage später durch Tastbefund den Darmverschluss gefunden. Der Darmverschluss (eine Kotanschoppung) hatte ungefähr die Größe einer Babyfaust und saß an der Stelle, wo der Dünndarm in den Dickdarm übergeht. An Diagnostik wurde abtasten, röntgen und eine Ultraschalluntersuchng durchgeführt. Für den Ultraschall wurde das Kaninchen am Bauch komplett geschoren/rasiert.

Und so waren wir erfolgreich:
Vorab ist zu sagen, dass eine Behandlung nur in Eigenregie sicher nicht möglich ist. Ohne Tierarzt/Tierklinik ist die Diagnostik, Kontrolle und Verordnung der passenden Medikamente nicht möglich.
Behandelt wurde dieser Darmverschluss vor allem mit handwarmen Ringerlösung-Infusionen; wenn möglich 2x täglich. Auch am Wochenende, Weihnachten und Silvester. Diese Infusionen (werden unter die Haut gespritzt) sorgen dafür, dass der Kotklumpen weicher wird und sie stabilisieren den Kreislauf. Zusätzlich ist alle paar Stunden Ananassaft, Flüssigkeit und Nahrung ins Mäulchen zu geben. Ananassaft deshalb, weil Bestandteile des der Fasern = Enzyme die Haare in der Kotanschoppung lösen sollten. Flüssigkeit (Wasser/verdünnter Fencheltee) ist wichtig, damit der einerseits der Kreislauf des Tieres in Schwung bleibt und andererseits die zugegebene Nahrung besser verdaut wird. Ausserdem können in die Flüssigkeit Medikamente gemischt und so eingegeben werden. Ganz wichtig ist die Zwangsernährung des Kaninchens, welches über ein Stopfmagensystem verfügt. Der Darm arbeitet nur weiter, wenn ständig über den Magen Nahrung nachkommt. Da mein Kaninchen sämtliche Nahrung verweigert hat, haben wir alle paar Stunden Critical Care als Nahrung eingegeben. Zusätzlich haben wir mehrmals täglich Rotlicht oder eine Wärmeflasche angeboten, das Rotlicht eine heilende, krampflösende und natürlich auch wärmende Wirkung.

Es wurden folgende Medikamente gegeben:

 

  • Zur Lösung des Darmverschlusses: (reines) Paraffinöl, Colosan (Colosan hat er nicht vertragen)
  • Behandlung/Vorbeugung von Aufgasungen: Sab Simplex
  • Darmtherapeutika: Buscopan, MCP-Tropfen (regen bestimmte Teile des Darms an, andere Teile werden beruhigt/entspannt)
  • Schmerzmittel: Metacam

Wichtig ist, dass man auch nachts den Ananassaft, die Flüssigkeit und das Critical Care weitergibt. Man muss also jede Nacht mind. 2x aufstehen. Tagsüber sind auch gewisse Intervalle einzuhalten, die mit einer ganztägigen Berufstätigkeit eigentlich nicht zu vereinbaren sind.

Als Nachsorge ist unbedingt zu beachten, dass etwas für die Leber getan wird. Die Nahrung, die im Darm feststeckt, gibt Giftstoffe durch die Darmwand ab. Diese werden von der Leber aufgenommen, die diese Stoffe so einfach bei dem geschwächten Körper nicht abbauen kann. Es kann also passieren, dass der Darmverschluss überlebt wird, und das Kaninchen später an Leberversagen stirbt. Wir haben noch einige Zeit die Blätter der Mariendistel, die man im Reformhaus kaufen kann, gegeben. Das hat geholfen.
Ausserdem darf kein pelletiertes Futter mehr gegeben werden. Das hat zur Konsequenz, dass von mir nur noch Trockengemüse gefüttert wird. Als Leckerchen gibt es diese Senior-Perlen von dem Spezialfutter von Vitakraft. Diese haben einen recht hohen Rohfaseranteil und werden gerne angenommen. Beim Heu wird auf beste Qualität geachtet und der Anbieter nicht mehr gewechselt; gelegentlich werden getrocknete Kräutermischungen gegeben.
Unsere Behandlung war erfolgreich, auch nach dem Rückfall. Eine OP haben wir abgelehnt, weil sie zwar technisch (wie bei Katzen und Hunden) machbar ist; erfahrungsgemäß die Kaninchen aber entweder während oder kurz nach der OP sterben. Die Erfolgsquote soll bei 5 % liegen. Es ist wohl so, dass die Nähte bei der feinen Bauchdecke und dem Darm nicht halten. Ich möchte jedem Mut machen, dass ein Kaninchen mit Darmverschluss gerettet werden kann. Unser Kaninchen ist nun schon 4 Monate nach dem Rückfall gesund und munter.

Abszess am Kopf:

Eines unserer Kaninchen hatte im August 2004 aus heiterem Himmel ein etwa taubeneigroßen Abszess mitten im Gesicht; direkt auf der Schädeldecke. Unsere Lucy sah aus wie ein Kakadu, eine derartige Schwellung im Gesicht eines Kaninchen habe ich vorher noch nie gesehen. Der Abszess wurde im Notdienst (Sonntag) geöffnet und gespült. Es wurde ein Antibiotikum (Tetracyclin) gespritzt und die Wunde gespült und eine antibiotische Salbe eingebracht. Diese Behandlung fand nicht meine Zustimmung und auch alle gesammelten Erfahrungen standen hierzu im Widerspruch, und so sind wir am Folgetag zu "unserer" Tierärztin gegangen und haben die bewährte Abszess-Standard-Behandlung begonnen:

 

  • Orales Antibiotikum (Chloromycetinpalmitat)
  • 2x tägliches Wundspülen mit Wasserstoffperoxyd und Kochsalzlösung mittels einer Knopfkanüle
  • 2x wöchentlich Wundreinigung mit dem Curettage-Löffel beim Tierarzt
  • 1x tägl. Einbringen von Clindamycin-Tablettenteilen in die Wundhöhle nach der Spülung
  • 2x tägl. Einbringen von Furacin-Sol-Salbe in die Wundhöhle nach dem Spülen
  • 2x tägl. Antibiotische Augensalbe (Floxal) in die Augen zum Schutz vor der Wundspülung

Das Problem bei der Behandlung war von Anfang an die schwierige Stelle und das Abwehrverhalten des Kaninchens. Beim Spülen der Wunde musste darauf geachtet werden, dass keine Flüssigkeit in die Augen gelangt. Zusätzlich bestand immer die Gefahr, dass beim Spülen mit der Knopfkanüle unmittelbar auf der Schädeldecke diese verletzt oder durchstochen wird. Das Kaninchen hielt natürlich nicht still und zuckte und zappelte. Nach etwas über einer Woche und immer neuem Eiter waren wir alle schon ganz verzweifelt.
Wir haben uns dann beraten und die Behandlung gewechselt. Nachdem die Wundhöhle noch einmal ganz gründlich von Eiter entfernt wurde, haben wir ein Depot-Antibiotikum "Doxyrobe" in diese Wunde eingebracht und damit das komplette "Loch" befüllt. Das Doxyrobe wird normalerweise bei Kieferabszessen erfolgreich eingesetzt, für uns war es ein Versuch - ein letzter Versuch. Der Unterschied zum Kieferabszess war in diesem Fall, dass nur eine Seite der Wundhöhle von Knochen begrenzt war und der Rest Haut war. Das uneinschätzbare Risiko mussten wir aber eingehen. Das Doxyrobe wird in Form eines Gels per Spritze eingebracht und härtet recht schnell aus; ähnlich wie Sekundenkleber oder Uhu. In Kieferhöhlen verbleibt es entweder für 2-4 Wochen oder für immer.

Wir haben das Doxyrobe für 2,5 Wochen in der Wunde belassen und dann den Pfropfen entfernt. Das orale Antibiotikum wurde am Tag des Einbringens abgesetzt. Die ersten Tage haben wir die antibiotische Augensalbe noch auf die Wundränder 1x täglich aufgetragen. Ein Teil wurde schon von gesundem Gewebe "rausgedrückt" es sah im Gesicht ein wenig wie ein Lavastrom aus *ggg
Leider war nach der Entfernung des Doxyrobe doch noch neuer Eiter da, wenn auch sehr wenig. Die Wunde wurde noch einmal gründlich gesäubert und erneut eine neue Doxyrobe-Füllung durchgeführt. Wieder wurde die antibiotische Augensalbe noch 2-3 Tage auf die Wundränder aufgetragen. Das Doxyrobe wurde nach 2,5 Wochen entfernt, es war kein neuer Eiter gekommen. Wir haben dann die Wunde sich schließen lassen. Das geschah ohne zügig und ohne weitere Probleme. Die Behandlung war somit erfolgreich, es ist auch kein neuer Eiter nachgekommen.

Die Sache hat leider Zeit nur einen "Haken": Doxirobe steht nach dem gerade laufenden Abverkauf (30.09.2004) europaweit nicht weiter zur Verfügung. Das Präparat hat in Deutschland eine gute Akzeptanz bei der Behandlung von Zahnproblemen und Abszessen beim Kleinnager, im übrigen Europa ist es eher unbekannt. Einer erforderlichen EU- Zulassung stehen horrende Gebühren entgegen, die ein "wirtschaftlich orientiertes Unternehmen" nicht investieren kann (Originalzitat Pfizer). Das ist also das endgültige "Aus" für Doxirobe. Die erfreulichere Nachricht: Doxirobe wurde im Auftrag von Pharmacia und Pfizer von einem "Zulieferer" hergestellt, der das Präparat unter dem Namen "ATRIDOX" weiterhin zur Anwendung am Menschen herstellt und verkauft. Ist so allerdings erheblich teuerer.

Unterkiefer-Abszess (offen):

Grund: Gespaltene Wurzel eines Backenzahnes. Der Zahn wurde gezogen.

 Weitere Infos zum Thema Zähne: http://www.beepworld.de/members57/weinert-hasen/kaninchen-zaehne.htm

 Kastration der Häsin:

  http://www.beepworld.de/members57/weinert-hasen/kaninchen-kastration.htm

 

Abszess nach Pasteurellenimpfung:

Das Kaninchen ist nach wochenlanger Behandlung (Antibiotika, OP`s, tägliches Spülen) eingeschläfert worden. Lt. Obduktionsbericht waren Entzündungsherde in nahezu allen Organen.

 

Kreisrunder Haarausfall unterm Ohr

Etwa 2-3 Monate nach der Kastration hatte die Häsin diesen kreisrunden Haarausfall an den Ohren. Ausser den fehlenden Haaren hatte sie keine krankhaften Symptome. Milben- und Pilzbefall wurde ausgeschlossen. Bei Hunden wird als Nebenwirkung ein symetrischer Haarausfall nach Kastrationen beschrieben, der psychischen Ursprungs sein soll. Da keinerlei Behandlung anschlug haben wir den nächsten Fellwechsel abgewartet; der auch eine "Heilung" brachte.

Bißverletzung am Genital nach Kampf zweier Häsinnen

Offensichtlich hat eine Häsin die andere von vorne bestiegen und die untere Häsin hat in das naheliegende Genital gebissen. In diesem Fall waren es 7 Bisse an die Unterseite, eine "Ratsche" am Auge und auf der Nase. Die Häsin wurde in einer Not-OP gerettet und 6 Bißwunden wieder zusammengenäht. Eine Wunde wurde an der Innenseite des Oberschenkels übersehen - hier bildete sich ein etwa "2-Eurostück großer" oberflächiger Abszess, der entsprechend behandelt gut ausheilte. Innere Verletzungen (z.B. der Harnleiter) lagen nicht vor. Das äußere Genital heilte sehr gut wieder ab. Die Häsin hat heute keine Einschränkungen mehr. Merke: Revierkämpfe sind Verteidigungskämpfe - in der Natur gehen die bis aufs Letzte. Derartig verfeindete Kaninchen dürfen nicht mehr zusammengesetzt werden. Die Häsin ist umgezogen und hat einen neuen/anderen Partner erhalten.

 

Bißverlerletzung im Ohr:

Ein Urlaubsaufenthalt in anderer Umgebung hat eine Häsin genutzt, um die Gruppenführung (3-er Gruppe; 1 m + 2 w) zu übernehmen. Der Chef hat dieses Loch im Ohr davon getragen, aber die Führung behalten. Anfangs konnte man einen Zeigefinger durch das Loch stecken. Es heilte aber ohne Behandlung fast zu. Nun ist nur noch ein klitzkleines Loch bei genauem Hinsehen zu erkennen. Widder neigen zu solchen Verletzungen; diese sind jedoch fast immer harmlos. Allerdings hinterlassen die oft knotige Veränderungen in den Ohren.

 Wichtige Infos zum Kaninchenurin:

Der normale Kaninchen-Urin ist gelborange und etwas trüb. Die Farbe variiert individuell durch den Stoffwechsel des Tieres, vom aufgenommenen Futter oder relativ selten krankheitsbedingt. Urin wird normalerweise in größeren Mengen abgesetzt. Einzelne kleine Tröpfchen können auch zur Markierung dienen. Blutiger Urin ist selten bei Kaninchen und kann normalerweise nicht mit bloßem Auge erkannt werden. Roter oder dunkel-oranger Urin kommt häufig vor. Unter anderem sorgen Möhren, Rote Beete und Löwenzahn mit dem enthaltenen Pflanzenpigment Porphyrin für die dunkle Färbung; diese Färbung ist für die Gesundheit des Kaninchens nicht schädlich - sie ist harmlos.

Oftmals wird eine Blasenentzündung vermutet. Es empfiehlt sich mittels Teststreifen den Urin des Kaninchens zuhause zu testen. Das geht ganz einfach, indem man den Teststreifen kurz in den Urin (frischen! Urin – nicht die Pfützchen vom Vortag) des Kaninchens hält. Mit den Teststreifen ist die Früherkennung von Erkrankungen der Nieren und der Harnwege und der Nachweis von Zucker im Harn schnell und einfach möglich. Unsere Kaninchen scheiden bei manchen Erkrankungen schon sehr früh Stoffe über den Urin aus, die Hinweise auf Erkrankungen geben, auch wenn noch keine Beschwerden auftreten. Mit Teststreifen lassen sich Werte wie: Glucose (Zucker), Leukozyten (weiße Blutkörperchen), Nitrit, Eiweiß und Erythrozyten („Blut“) prüfen. Sie decken den Gesundheitsbereich Niere, Harnwege und Stoffwechsel ab. Hier ist aber zu beachten, dass eine Verfärbung auf dem Stick im Bereich „Protein/Eiweiß“ für Pflanzenfresser wohl normal ist.
Zusätzlich sollte man noch eine Rolle mit ph-Indikatorpapier kaufen, mit dem man den PH-Wert des Urin testet. Hier ist aber unbedingt zu beachten, dass der Kaninchenurin alkalisch ist; d.h. der Wert 8 als normal anzusehen ist. Die Urin-Teststreifen sind in der Apotheke käuflich für ca. 5 € (10 Stück); der Universalindikator für ca. 10 € (Rolle mit etwa 5m) erwerbbar. Wer eine scharfe Schere und ruhige Hände hat, kann die Teststreifen noch längs teilen und hat so die doppelte Menge. Ich persönlich benutze diese Sticks: Combur 5-Test HC.

Es kann aber durchaus sein, dass eine Entzündung der Blase oder der weiblichen Geschlechtsorgane vorliegt. Bei sehr starkem Krankheitsbild kann der (helle) Urin von blutigen Schlieren durchzogen sein. Hier gilt: Sobald der Urin sichtbar von Blut durchzogen ist oder der Urinstick das Vorhandensein von Blut im Urin anzeigt, muss sofort der Tierarzt aufgesucht werden und eine weitere Abklärung und Diagnostik erfolgen. Das gleiche gilt, wenn der Urin ganz klar ist (bei erwachsenen Kaninchen) oder der Teststreifen andere abnorme Werte anzeigt.

Dicklich weißer Urin, der rötlich-orange Pigmente enthält, oder getrocknet eine weiße Schicht zurücklässt, kann ein Anzeichen für Blasengries sein. Hier sollte man den Kreidebelag, der bei eingetrocknetem Urin übrig bleibt, beim TA labortechnisch untersuchen lassen. Da diese Ablagerungen in der Blase über kurz oder lang zu gesundheitlichen Probleme führen können, sollte frühzeitig bestimmt werden, aus welcher Zusammensetzung der Gries besteht. So kann man rechtzeitig eingreifen und ggf. gesundheitliche Veränderungen schneller erkennen und deuten.
 


   

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