Zu unserem Haushalt gehören 4 Zwergkaninchen und 2 große "Stall-Kaninchen".

   

Warum nicht nur ein Kaninchen? Bitte lest weiter:

Liebe Besucher dieser Website: Es ist mir ein wichtiges Anliegen, Euch für die artgerechte Haltung dieser liebenswerten Haustiere zu sensibilisieren. Deshalb einige kurze Anmerkungen und Tipps. An dieser Stelle rate ich auch von einer Wohnungshaltung von großen Stall-Kaninchen ab. Die Geruchsbelästigung und der Haltungsaufwand sind einfach zu gross.

Fachkundige Beratung und einen interessanten Meinungsaustausch findet man in Kaninchenforen im Internet. z.B. bei www.kaninchen-board.com

Anschaffung/Kosten

Der Kaufpreis eines Kaninchens ist relativ niedrig. Je nach "Bezugsquelle" zwischen 15 und 40 €. Das bedeutet aber nicht, dass es ein anspruchsloses Haustier ist, welches sich auch in den Unterhaltskosten kaum bemerkbar macht. Ein Käfig kostet zwischen 60 und 140 €, Futter und Einstreu monatlich ca. 20 €, eine Kastration (männliches Tier) einmalig ca. 50 €, die notwendigen Impfungen pro Tier ca. 45 € im Jahr. Dazu kommen noch variable Kosten für Tierarztbesuche und diverses Zubehör.

 

Es ist keine gute Idee ein Tier zu verschenken. Gerade Kinder sind oft nur anfangs begeistert, und danach verkümmert das Geschenk in der Ecke.  Ein Kaninchen kann 10 Jahre alt werden, und man übernimmt die Verantwortung für das Leben und Wohlergehen des Tieres bis zu seinem Lebensende.

Natürlich kann man Kaninchen im Geschäft kaufen oder auch beim Züchter. Oftmals werden im Geschäft bei Privathaltern  "Unfallwürfe" angekauft und später als normale Verkaufskaninchen angeboten. Mit einem Kauf dieser Tiere unterstützt man diese Vermehrer, die von richtiger Zucht keine Ahnung haben und so auch zum weiteren Verbreiten von Zahnfehlstellungen oder Krankheiten beitragen. Ausserdem weiss man nicht, was für Tiere überhaupt gepaart wurden und ob ggf. Erbfehler so weitergegeben werden.  Habt Ihr eine Vorstellung, wie viele Kaninchen im Tierheim sind? Unterstützt die Vermehrung der Tiere nicht noch durch einen Kauf. Nehmt ein „Second-Hand-Tier“ und gebt ihm ein neues Zuhause.

 

 Käfig/Haltung

Kaninchen leben in der freien Wildbahn in Rudeln mit einem Rammler (männliches Kaninchen) und bis zu 6 Häsinnen (weibliche Kaninchen). Kaninchen sind also gesellige Tiere, die nicht ohne Artgenossen gehalten werden sollen. Ein Meerschweinchen ist ein ungeeigneter Kumpel, der nicht verstanden wird. Am problemlosesten ist die Haltung eines Paares, wobei der Rammler natürlich kastriert sein muss.

Kaninchen werden leider immer noch üblicherweise im Käfig gehalten. Es gibt im Handel aber auch schon Käfige von einer Länge von 160 cm zu kaufen, es gilt hier: Je größer desto besser. Die quadratischen Käfige von 100x100 cm sind sehr sperrig und  unpraktisch. Bedenkt bitte, dass Kaninchen in der freien Wildbahn in Höhlensystemen leben, die bis zu 3 km an Länge betragen können. Sie bewegen sich also sehr viel und weite Strecken, das können wir in den der Wohnungshaltung nicht einmal annähernd bieten. Deshalb bitte nicht im Käfig, sondern in einem Auslauf halten. Hier gilt: Je größer desto besser. Der Auslauf sollte schon 2 Quadratmeter pro Tier betragen.

Unsere Kaninchen hatten einen Wohnungsauslauf (statt einem Käfig). Auch als unbegabter Handwerker kann man das leicht selbst bauen oder z.B. Gehegeelemente oder Komposter-Elemente verwenden. Mittlerweile leben aber alle draußen. 

 

 Käfig 100x100 cm - groß, aber nicht kaninchengerecht und sehr unpraktisch

 

Bewährt haben sich im Käfig als Toilette die Katzenklos, die mit Holz- oder Stroheinstreu gefüllt werden. Nehmt niemals Katzen-Klumpstreu, wenn sie gefressen wird, stirbt das Kaninchen.

 

 

 

Heu kann in speziellen Raufen gegeben werden. Entweder das Original oder der Tellerständer von Ikea:

 

 

Kaninchen sind aufgeweckte und neugierige Tiere. Man muss wissen, dass Kaninchen regelrechte Zerstörer von Kabeln, Tapeten, Möbeln und sonstigen Dingen sein können. Ausserdem können sie zu wahren Köttelmaschinen mutieren, wenn sie ihr Revier markieren. Kaninchen werden nicht immer stubenrein, wer keine Pipiflecken oder Köttel ("Böbbels") auf seinen Teppichen haben möchte, sollte entweder einen Auslauf auf Fliesen bieten oder lieber doch keine Tiere halten. Macht unbedingt vor dem Auslauf das Zimmer kaninchensicher und schützt die Kaninchen vor Zugluft, da sie sehr empfindlich sind.

 

 

  Innerhalb von Minuten sieht es wieder chaotisch aus.

 

Ernährung

Kaninchen haben einen Stopfmagen. Das Verdauungssystem funktioniert nur, wenn immer Nahrung aufgenommen wird. Kaninchen essen bis zu 70 mal am Tag. Grundnahrungsmittel ist das Heu, also getrocknete Gräser. Staubarmes und gut duftendes Heu muss immer, so wie frisches Trinkwasser, in ausreichender Menge vorhanden sein. Zusätzlich gibt man täglich frisches Grün (Möhren, Möhrengrün, Sellerie, Romano-Salat, Glattpetersilie, Apfel, Chinakohl ….) und gelegentlich getrocknete Kräuter (z.B. Spitzwegereich, Brennesseln…) Bitte keine anderen Kohlsorten füttern, da diese zu lebensgefährlichen Blähungen führen können. Ebenso ist Brot als Nahrungsmittel völlig ungeeignet. Es kann unsichtbare Schimmelsporen enthalten und macht nur dick. Für den Zahnabrieb nutzt es nichts, auch wenn sich das immer noch überall lesen lässt. Hartes Brot wird mit den Schneidezähnen abgebissen und zerbröselt beim Kauen. Die gefürchteten Zahnspitzen der Backenzähne erreicht es also nicht. Für die Zähne sollten auch einmal die Woche frische Zweige (Apfelbaum, Birke…) angeboten werden, die wegen der schädlichen Abgase nicht in Straßennähe geschnitten sein dürfen. Ansonsten ist gutes Heu immer noch für die Zähne das beste. Trockenfutter kann man geben, muss es aber nicht. Maximal sollte man einen gehäuften Teelöffel oder einen Eßlöffel pro Tag und pro Tier geben. Das Trockenfutter darf nicht zusammen mit dem Frischgrün gegeben werden, da es ggf. im Magen aufquillt. Daher sollten 2 Stunden immer mindestens zwischen den Fütterungen von Trockenfutter und Frischgrün liegen. Wer Fertigfutter kaufen möchte, dem empfehle ich getreidefreies Futter; z.B. von der JR-Farm.

Die sonstigen Futtermischungen aus dem Handel halte ich nicht für geeignet. Sie enthalten viel ungesundes Getreide (das essen Kaninchen in der freien Wildbahn nicht), Abfälle der Industrie und chemische Geschmacksstoffe. Ihr Vorteil ist der geringe Preis und die einfache Verfügbarkeit. Dieses Futter führt zu Organverfettung, die so dem Tier nicht angesehen wird, aber sich negativ auf die Lebensdauer der Tieres auswirkt.

Besser ist natürlich, wenn man sich selbst Futter aus Trockengemüse, Trockenobst und evt. Heucobs mischt. Das reicht völlig und ist viel gesünder.

 

  Leckerlie kann man auch spielend verpacken

 

Frisches Obst nur in Maßen

 

  Kaninchen lieben frische Zweige.

Eine gewisse Unordnung ist immer da. Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, es könnte länger als 10 Minuten nach dem Saubermachen ordentlich und sauber aussehen.

 Haare werden durch Fellpflege aufgenommen und ausgeschieden. Wenn viel Heu gefüttert wird oder im Fellwechsel das Nagermalt, dann werden die Haare unverdaut ausgeschieden. Gefahr besteht, wenn die Haare im Magen verklumpen und das Kaninchen Verstopfungen bekommt.

 

Bedürfnisse:

 

Kaninchen sind von Natur aus neugierig und brauchen täglich Reize, die den Alltag abwechslungsreich gestalten. Stress ist hier aber nicht gemeint!

Nehmt beim Freilauf alte unbedruckte Pappkartons und schneidet in sie eine Öffnung hinein. Kaninchen lieben es durch Tunnel zu flitzen und in Höhlen zu kriechen. Stellt die Kartons jeden Tag ein bisschen anders hin, so ist es für die Tiere abwechslungsreicher. Man kann das Futter auch in Eierkartons verstecken oder in Klopapierrollen füllen.

 

Oder eine Wäschekiste mit Heu und Stroh  zum Buddeln befüllen

 

Streichelt Eure Kaninchen und bürstet sie, wenn sie es zulassen.

Bitte beachtet, dass man fremde Kaninchen nicht so einfach zusammensetzen kann. Häsinnen sind sehr revierbezogen und würden ihr Territorium sogar im Kampf verteidigen. Dies kann zu üblen Wunden führen, unter Umständen müssen die Wunden eines Kaninchens nachher beim Tierarzt genäht werden ...

Zusammenführungen fremder Tiere wollen wohlüberlegt und gut geplant sein. Am besten macht man es in für beide Tiere unbekannter Umgebung.

 

Krankheiten

Kaninchen können viele verschiedene Krankheiten bekommen. Geht lieber einmal mehr als einmal zu wenig zum Tierarzt. Sucht einen kompetenten Tierarzt, der von Kaninchen auch wirklich was versteht. Einige Kleintier-Tierärzte sind leider mehr auf Hunde und Katzen spezialisiert bzw. haben bisher wenig Kontakt zu den verschiedenen Krankheiten von Kaninchen gehabt. (Und geben es nicht zu...) Fragt nach, aber scheut Euch nicht ggf. den Tierarzt auch zu wechseln. In den Internetforen gibt es auch Listen, wo andere User Ihren Tierarzt empfehlen.

Lasst Euer Kaninchen 2x im Jahr gegen Myxomatose impfen, am besten im März und August. Einmal kann dabei RHD (gegen Chinaseuche) mitgeimpft werden, die Kombi-Imfung ist billiger als 2 Einzelimpfungen. Auch wenn die Tiere nur in der Wohnung gehalten werden, sollten sie trotzdem geimpft werden. Beide Krankheiten sind tödlich und können durch Mücken oder schmutzige Schuhe und Grünfutter in die Wohnung gebracht werden.

Beobachtet Euer Tier jeden Tag. Verweigerung des Futters oder Durchfall können ernst sein. Ebenso wird aus einem Niesen leicht eine Lungenentzündung. Hier wird die tierärztliche Behandlung nicht billiger, wenn mit dem Besuch gewartet wird.

Krallen werden leicht ausgerissen oder umgeknickt. Das blutet zwar sehr, ist aber oft harmlos. Drückt mit einem sauberen Taschentuch leicht auf die Wunde und wartet ab, ob die Blutung aufhört. Achtet darauf, dass die Wunde nicht mit Dreck in Berührung kommt. Sollte das Füßchen nicht normal aussehen, müsst Ihr doch zum Tierarzt.

Viel calzium- und eiweißreiches Futter kann Blasengriess und Blasensteine verursachen. Weißes Pipi ist ein Zeichen, dass die Fütterung umgestellt werden muss. Löwenzahn, Petersilie und Luzerne können Auslöser sein. Sie sind in vielen Fertigfuttern enthalten.

Beulen am Körper können Abszesse sein, bitte sucht sofort den Tierarzt auf.

Die Tiere können auch von Milben oder Pilzerkrankungen befallen werden. Kontrolliert regelmäßig das Fell, die Ohren, Augen, Füße und Körperöffnungen der Kaninchen. Die Parasiten können aus der Eintreu oder dem Heu auf die Tiere übergehen - ein Kontakt zu anderen Tieren kann, muss aber nicht der Auslöser sein. Kranke Tiere brauchen Betreuung, könnt Ihr das sicherstellen?

 

 

 

 

 

 

Verhalten

Kaninchen sind dämmerungsaktive Tiere. Das bedeutet, dass sie zwischen 18.00 und 23.00 Uhr am abend und morgens von 4.00 bis 10.00 Uhr am aktivsten sind. Wer einen leichten Schlaf hat, der sollte sich die Anschaffung genau überlegen.

Kaninchendamen werden schon mal rammelig, gerade im Frühling. Sie besteigen dann den Partner/Partnerin und zeigen so Ihre Paarungsbereitschaft. Das ist normal, auch wenn dann schon mal gejagt und gebissen wird. Auch 2-3 Scheinschwangerschaften pro Jahr können eintreten. Die Häsin baut dann ein Nest aus Stroh und Fell. Lasst das Nest ein paar Tage so, und macht es dann weg.

 

Kaninchen sind keine Kuschel- und Schmustiere. Es gibt welche unter ihnen, die es sich gefallen lassen. Andere sind scheu und mögen keinen Kontakt. Bitte respektiert, dass die Tiere lieber mit ihrem Artgenossen kuscheln.

Kaninchen werden in Einzelhaltung schnell zu Beissern. Das liegt an der Eintönig- und Einsamkeit. Schlagt niemals das Tier! Holt lieber einen Partner, das Kaninchen wird es Euch danken.

 

Kaninchen können sehr agressiv werden...

 

Urlaubspflege

Bevor Ihr Euch Haustiere anschafft, solltet Ihr bedenken, dass Tiere in Ihrem Urlaub versorgt werden müssen. Klärt das bitte vor der Anschaffung. Oftmals lernt man auch im Internet Kaninchenfreunde kennen, die im Zuge der Gegenseitigkeit auf die Kaninchen aufpassen und sie versorgen.

Es gibt auch professionelle Urlaubsbetreuung beim www.hasenhotel.de

oder im www.pfoetchenhotel.de 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


   

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